Jugendberufsagentur+

Nicht allen jungen Menschen gelingt es, nach der Schule direkt in eine Berufsausbildung einzusteigen, eine begonnene Berufsausbildung abzuschließen oder nach einer abgeschlossenen Ausbildung eine Erwerbsarbeit aufzunehmen. Die Übergänge von Schule in Ausbildung und Beruf hat die Corona-Pandemie zusätzlich erschwert. Während bisher überwiegend Jugendliche mit multiplen Problemlagen bzw. Vermittlungshemmnissen eine Unterstützung benötigen, gilt dies jetzt verstärkt auch für ausbildungsreife oder sogar bereits ausgebildete junge Menschen. Fehlende berufliches Perspektiven sind jedoch nicht nur aus Sicht der jungen Menschen problematisch. Auch die Unternehmen in Rheinland-Pfalz benötigen weiterhin gut ausgebildete Nachwuchsfachkräfte.

Junge Menschen ohne Anschlussperspektiven werden zumeist von verschiedenen Organisationen und Systemen unterstützt, die ihre Leistungen oftmals nicht systematisch abgestimmt, teils parallel oder diskontinuierlich und meist nur für ausgewählte Zielgruppen erbringen. 
Jugendberufsagenturen (JBAn) hingegen bündeln die individuellen übergangsbezogenen Angebote insbesondere des SGB II, III und VIII und arbeiten dabei idealerweise auch mit den Schulen zusammen. Eine solche gemeinsame Institution kann daher entscheidend dazu beitragen, dass junge Menschen einen Berufsabschluss erreichen bzw. einen geeigneten Arbeitsplatz finden. Damit leisten JBAn einen wichtigen Beitrag im Sinne des Ziels 6 der Fachkärftestrategie des Landes.

 

Ziele und Zielgruppe

Die Projekte sollen die dargestellten beiden Lücken - die fehlende regionale Koordination für die nachhaltige Ausgestaltung einer JBA einerseits und die unzureichend niederschwelligen Zugänge zu bislang nicht erreichten jungen Menschen mit Förderbedarf andererseits - mit systematisch aufeinander bezogenen Projektsäulen schließen. 
Ziel der Projekte ist es erstens, die rechtskreis- und trägerübergreifende Zusammenarbeit am Übergang Schule-Beruf (z.B. durch Intensivierung der Fallarbeit oder Erweiterung der Kooperationen um weitere Institutionen) zu optimieren (Projektsäule I: strukturelle Arbeit). Hierfür gilt es ein noch besser koordiniertes Vorgehen innerhalb bestehender JBAn zu erreichen. Zweitens soll durch differenzierte Formen der Ansprache eine Beratung und Betreuung von entkoppelten Jugendlichen ermöglicht werden (Projektsäule II: aufsuchende Arbeit).
Zur Zielgruppe der Jugendberufsagentur allgemein sowie speziell der teilnehmerbezogenen Projektsäule II gehören alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren, die einen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule in den Beruf haben. Dies können beispielsweise sein:

  • Jugendliche mit Beratungs- und Vermittlungshemmnissen
  • Schulverweigerer
  • Jugendliche, die sozial-emotional auffällig sind, psychische Probleme oder Schulden- bzw. Drogenprobleme haben
  • wohnungslose junge Menschen
  • sanktionierte Jugendliche, die durch Jobcenter nicht mehr erreicht werden
  • ausbildungsreife Jugendliche mit unzureichender beruflicher Orientierung oder ausbildungsreife Jugendliche, bei denen etwa infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie die Vermittlung in eine passende Ausbildung erschwert ist
  • vom Ausbildungsabbruch bedrohte Jugendliche
  • Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung ohne Anschlussperspektive 
  • Jugendliche im Asylverfahren, als anerkannte Asylbewerber oder mit subsidärem Schutz sowie junge Migranten aus dem Kreis der EU-Bürger und aus Drittstatten ohne Flüchtlingseigenschaft oder subsidären Schutz
  • entkoppelte junge Menschen, die in der Öffentlichkeit nicht mehr erscheinen

 

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Kontakt

Anna-Marie Manhillen

Jugendberufsagentur+

Telefon: 0173 4924774
A.Manhillen@e-s-b.org